Nachgefragt: Welche Vorteile bietet ein Verkaufsautomat in der Landwirtschaft?
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„Egal ob Diesel, Strom, Dünger oder Maschinen… alles wird teurer.”
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„Wir produzieren hochwertige Lebensmittel, aber wenn alles bezahlt ist, bleibt manchmal kaum etwas übrig.“
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„Es kommen ständig neue Vorschriften und Dokumentationspflichten dazu. Man verbringt gefühlt genauso viel Zeit im Büro wie auf dem Feld. Und gerade in der Erntezeit fehlen sowieso oft Leute.“
Kommt Ihnen das bekannt vor? Steigende Kosten, schlechte Margen und fehlende Zeit für den Verkauf: Das sind nur einige der Gründe, die schon zahlreiche Landwirte und Landwirtinnen dazu bewegt haben, einen Bauernhof-Automaten aufzustellen. Wir haben bei unseren Marktbox-Betreiber*innen nachgehakt: Warum haben sie sich dazu entschieden? Welche Vorteile bietet ein Verkaufsautomat besonders für die landwirtschaftliche Direktvermarktung? Und lohnt sich's am Ende wirklich?
Zeiten ändern sich: Was beschäftigt Landwirt*innen heutzutage?
Man muss keinen Bauernhof haben, um festzustellen: die Landwirtschaft verändert sich. Wo früher noch nahezu in jedem Dorf mindestens ein Hof zu finden war, stehen heute die Ställe häufig leer. Mit der leeren Milchkanne quer durchs Dorf und der altertümlich anmutenden Kanne voller frischer Milch zurück – das sind Erinnerungen, die schon längst im Museum verstauben. Immer weniger und dafür immer größere Betriebe bestimmen den Markt – und den Preis. Riesige Felder prägen die Landschaft. Dabei ist der Wert der Landwirtschaft für uns alle unermesslich. Denn: Irgendwo muss das Essen auf dem Tisch ja herkommen. Und am besten eben nicht von irgendwoher. Sondern vom Bauernhof um die Ecke. Damit die Höfe erfolgreich wirtschaften können, müssen sie neue Wege gehen.
Wir wollten es genau wissen: Was bewegt Landwirt*innen heutzutage? Unsere befragten Marktbox-Betreiber berichten vor allem von den folgenden großen Herausforderungen.
Klimawandel und Wetterkapriolen
Für Dagmar Diers vom Hof Moorfreude spielt ganz klar die “Erderhitzung” eine große Rolle.
Mal ist es zu trocken, dann verwüstet Starkregen und Sturm die Felder. Die Extreme nehmen zu. Mit wie viel Ernte können wir rechnen? Wann die Früchte einholen? Die Klimakrise macht die Planung immer schwieriger.
Alles wird teurer
Andrea Huber sieht “steigende Kosten” als immer größeres Problem. Klar – je mehr ich hineinstecken muss, desto weniger Gewinn bleibt mir letztendlich. Denn die Verbraucher*innen sind nur bedingt bereit, höhere Preise zu bezahlen, locken doch Discounter und Supermarktketten mit deutlich niedrigeren Angeboten. Die Preissteigerung betrifft sämtliche Bereiche: von Treibstoff über Dünger und Saatgut bis hin zu neuen Maschinen. Und wenn sich diese höheren Kosten letztendlich nicht in höheren Verkaufspreisen widerspiegeln, bleibt den Höfen am Ende immer weniger übrig.
Zeit ist Mangelware
Kaum ein Alltag wird wohl so romantisiert wie das Leben auf dem Bauernhof. Aber Landwirtschaft ist kein 9-to-5-Job. Tiere, Wetter und Saison geben den Takt vor. Und oft wird alles von wenigen Leuten getragen. Personal? Ist finanziell oft nicht drin und ohnehin schwer zu finden. Gerade in der Erntezeit möchte sich da mancher Landwirt und manche Landwirtin wahrscheinlich gerne vierteilen. Und dann auch noch regelmäßig im Hofladen oder auf dem Markt stehen? Dafür bräuchte der Tag mehr als 24 Stunden. Gerade im Hofladen erwarteten die Kund*innen Öffnungszeiten, auf die sie sich verlassen können. Doch wenn dann das Wetter umzuschlagen droht, muss eben jetzt die Ernte eingefahren werden. Und nicht erst nach Ladenschluss. Zahlungskräftige Ausflugsgäste, die das schöne Wetter nutzen, stehen dann vor verschlossenen Türen.
Vom Feld an den Schreibtisch
Auch die “steigende Bürokratie und Überwachung” bekamen wir in unseren Umfragen zu hören. Die Erwartungen an Tierwohl und Umweltschutz steigen. Oft natürlich zu Recht. Gleichzeitig fehlt bei vielen neuen Auflagen häufig das Verständnis dafür, wie Landwirtschaft wirklich funktioniert. Der bürokratische Aufwand erfordert außerdem Zeit, die dann für andere Bereiche wie die Vermarktung fehlt.
Geiz ist geil?
“Die Einnahmen sinken, weil Lebensmittel immer günstiger werden sollen.” (Andrea Huber) Die Menschen sind immer weniger bereit, Lebensmittel WERT-zuschätzen und dafür den entsprechenden Preis zu bezahlen. Zu einfach ist der Weg in den Discounter und der Griff zum günstigsten Produkt.
Wachsende Konkurrenz und Preisdruck
"Wir sind außerdem bei der Vermarktung über den Großhandel den wenigen großen Handelsketten und deren Willkür in der Preisgestaltung unterworfen.” (Andrea Huber)
Mit Discount-Preisen können herkömmliche Betriebe hierzulande einfach nicht mithalten. Zu hoch sind die laufenden Kosten für die Herstellung. Die ausländische Konkurrenz, die günstiger produziert, wird immer größer. Trotzdem müssen die Höfe ihre Preise an diese Konkurrenz anpassen, um mithalten zu können. Letztendlich bleibt auf dem Weg vom Feld zum Endverbraucher ein großer Teil des Gewinns im Großhandel hängen. Die Folge: Viele Betriebe kämpfen darum, rentabel zu bleiben. Würden sie direkt an Kundinnen und Kunden verkaufen, würde deutlich mehr Wertschöpfung auf dem Hof bleiben. Wo wir aber wieder beim Zeitproblem wären.





